FAQ
1. Was versteht man unter tiergestützter Therapie?
Tiergestützte Therapie sind bewusst geplante pädagogische, psychologische Angebote mit Tieren für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie für ältere Menschen mit Einschränkungen im kognitiven, sozial-emotionalen und motorischen Bereich, sowie bei hyperkinetischen Störungen wie AD(H)S, gestörtes Sozialverhalten und hyperkinetischen Störungen – Asperger Syndrom.
Ziel der tiergestützten Therapie sollte sein, dass körperliche, kognitive und emotionale Funktionen wiederhergestellt werden und erhalten werden können. Die Vermittlung der Fähigkeit und Fertigkeit Aktivitäten und Handlungen zu fördern, sowie das subjektive Wohlbefinden zu verbessern.
2. Wie unterscheidet sich eine ESAAT Zertifizierung zu anderen Therapiebegleithunde – Team Ausbildungen?
Die Ausbildung zur Fachkraft für tiergestützte Therapie und Pädagogik umfasst einen Zeitrahmen von ca. 24 Monaten und besteht aus 244 Stunden Präsenszeit mit zwei schriftlichen und einer mündlichen Prüfung, Supervisionen in Kleingruppen, ca. 130 Stunden E Learning Zeit, 80 Stunden Praktikum bei Personen die selbst in jeglicher Form tiergestützt arbeiten, die Durchführung eines eigenen Praxisprojekts über die Dauer von ca. 40 Stunden und die Erstellung einer umfangreichen Abschlussarbeit nach universitären Richtlinien.
Die Ausbildungsinhalte einer ESAAT Zertifizierung sind Fachgebiete der Psychologie, Medizin, Veterinärmedizin, Biologie und Hundeerziehung, der Pädagogik sowie rechtliche Grundlagen und die Organisation von Maßnahmen der tiergestützten Therapie.
Um erfolgreich tiergestützt arbeiten zu können, benötigt es die entsprechende Ausbildung in den oben genannten Bereichen um zu einer Bereicherung für Mensch und Tier beitragen zu können.
3. Warum werden Tiere/Hunde eingesetzt?
Genauso wie Pflanzen, Klima und geographische Bedingungen gehören Tiere zu unserer Umwelt. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist entstanden auf Basis eines Millionen Jahre alten Zusammenleben. In diesem Zuge des Zusammenlebens hat der Mensch das Tier mal vergöttert, mal geächtet, doch es schien immer eine Verbindung gegeben zu haben. Heute ist der Hund als Partner des Menschen zu sehen, währenddessen Tiere früher ausschließlich als Arbeitstier und Nahrungsmittellieferant zu sehen waren.
Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass Kinder an Lebewesen und seien sie noch so klein mehr Interesse haben und wissbegieriger sind, als an unbewegten und leblosen Gegenständen.
Weiterhin können meine Hunde den Zugang zum Klienten durch Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Psychologen uvm. wesentlich erleichtern, wenn Patienten beispielsweise therapiemüde und antriebslos sind. Die Maßnahmen werden in solchen Fällen von mir geplant, zielorientiert durchgeführt, dokumentiert und im Anschluss fachlich reflektiert. Basis der Arbeit ist immer das Beziehungsdreieck Therapeut – Tier – Klient.
4. In welchen Bereichen kann die tiergestützte Therapie helfen und unterstützen?
Sozio – emotionaler / Psycho – sozialer Bereich
- Steigerung der Selbstwirksamkeit
- Vertrauen in eigene Fähigkeiten
- Motivationssteigerung durch eigene Kompetenzerfahrungen
- Aktivierung eigener Ressourcen
- Regeln einhalten
- Gemeinschaftsgefühl – wir schaffen das
- Körpersprache und klare Kommunikation
- Geborgenheit
- Nähe zulassen
- Lob und Anerkennung
- „Hilf mir es richtig zu machen!“
- Spiegeln des eigenen Verhaltens durch sofortige, klare Reflexion des Hundes
- Spaß, Spontanität und das Erleben von Freude
Wahrnehmungsbereiche und Motorik
- Feinmotorik
- Grobmotorik
- Ganzkörperliche Wahrnehmung
- Koordinationsleistung und sensomotorische Fähigkeiten
- Stimulation der Wahrnehmungsbereiche in lebenspraktischem Bezug
Kognitive Fähigkeiten
- Förderung der Ausdauer- und Konzentrationsfähigkeit
- Förderung Merkfähigkeit und Gedächtnisleistungen
- Belastungsfreie Interaktion
- Geduld
- Spaß
5. Wie setzen sich die Kosten zusammen?
Die tiergestützten Interventionen sind genauso individuell, wie jedes Kind, Jugendlicher und Erwachsener eigenständige Individuen sind. Deshalb ist im Vorfeld immer das persönliche Gespräch wichtig, um den Zeitaufwand besser abschätzen zu können.
6. Tiergestützte Maßnahmen aus Tierschutzsicht – Deutscher Tierschutzbund E.V.
Tiere, die für bestimmte Therapiezwecke eingesetzt werden sollen, müssen eine Grundausbildung durchlaufen, durch die gewährleistet ist, dass die Tiere sich und damit auch andere nicht gefährden. Hinsichtlich der Einsatzziele sind zum Teil aufwendige Schulungen notwendig. Eine solche Ausbildung muss unter Anleitung und Aufsicht eines Ausbilders stattfinden, der einen entsprechenden Sachkundenachweis erbracht hat. Die Anerkennung von Ausbildungskriterien und -zielen ist einzubeziehen..
Die Tiere dürfen nicht zu häufig und nicht zu lang eingesetzt werden. Häufigkeit und Dauer der Einsätze müssen dem Individuum so angepasst werden, dass es in seinen natürlichen Lebensgewohnheiten nicht gestört wird. Bei Bedarf müssen die Tiere die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen – auch während des Therapieeinsatzes.
Ausbildung Erziehungs- und Ausbildungsmethoden müssen fachkundig durchgeführt werden, tiergerecht sein und dürfen nur unter Einsatz tiergerechter Hilfsmittel erfolgen. Alle Maßnahmen müssen dem Individuum angepasst sein. Der Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln, Stachelhalsbändern und anderen Mitteln, die geeignet sind, Schmerzen, Leiden oder Schäden hervorzurufen, verbietet sich sowohl in der Grundausbildung als auch bei weitergehenden Spezialausbildungen von selbst.
Fachkenntnisse des Tierhalters müssen sachkundig sein und sich regelmäßig fortbilden. Sie müssen mit dem arttypischen Verhalten und den besonderen Eigenarten des Tieres vertraut sein. Das Wesen, die physische und psychische Belastbarkeit des Tieres muss unbedingt berücksichtigt werden und darf nicht hinter den menschlichen Bedürfnissen zurückstehen.
Tiere, die für therapeutische Maßnahmen eingesetzt werden, müssen körperlich und seelisch gesund sein. Eine gründliche tiermedizinische Untersuchung muss dem Einsatz vorangegangen sein und sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Selbstverständlich ist, dass jeder Tierhalter sein Tier regelmäßig impfen und gegen Endo- und Ektoparasiten behandeln lässt. Bei Tieren, die in tiergestützten Maßnahmen zum Einsatz kommen, ist es besonders wichtig, diese Behandlungen als Nachweis schriftlich zu dokumentieren (Hygieneplan). Kranke und geschwächte Menschen oder Menschen mit Allergien könnten durch Tierkontakte gesundheitlich beeinträchtigt werden. Deshalb ist es wichtig, vor dem ersten Kontakt entsprechende Informationen einzuholen und gegebenenfalls mit dem Fachpersonal einer Einrichtung zu besprechen, welche Personen mit Tieren in Berührung kommen dürfen und welche nicht.
Jeder, der ein Tier hält und in den Dienst des Menschen stellt, muss sich darüber im Klaren sein, dass er Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt, das ganz und gar von ihm abhängig ist und das Aufmerksamkeit, Pflege, Fürsorge, Geduld und häufig auch Opferbereitschaft verlangt. Die arttypischen Verhaltensweisen und daraus erwachsenen Bedürfnisse der Tiere sind unbedingt zu berücksichtigen. Nur dann können mit Unterstützung der Tiere dauerhafte Erfolge erzielt werden.
